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Mechanische Regulierungsmassnahmen

Ziel der mechanischen Regulierung ist, die Pflanze zu schwächen und die Biomasse langfristig zu reduzieren. Folgende Punkte sollten bei jeder mechanischen Regulierungsmethode berücksichtigt werden:

  • Der Regulierungszeitpunkt sollte für eine grösstmögliche Schwächung der Pflanzen bei einer Wuchshöhe von ca. 30 cm liegen, das heisst bevor die Blattwedel vollständig ausgerollt sind. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hat noch kaum die Wiedereinlagerung und Speicherung von Nährstoffen ins Rhizom stattgefunden.
  • Die mechanische Regulierung soll von einem ausreichenden Weidedruck begleitet werden.
  • Die Regulierungsmassnahmen müssen ausser beim vollständigen Ausgraben der Pflanze über mindestens 3 Jahre wiederholt werden.
  • Erfordert die Regulierungsmassnahme direkten Hautkontakt, müssen wegen der Giftigkeit Handschuhe getragen werden.
  • Bei dichten Farnbeständen empfiehlt sich eine Entfernung des Schnittguts, damit die guten Futterpflanzen genügend Licht bekommen, um wieder gefördert zu werden. Zudem darf wegen der Giftigkeit kein Schnittgut auf der Weide vorhanden sein, wenn Tiere die Weide nutzen.

Schnitt

Für ein erfolgreiches Zurückdrängen von Farn sollte dreimal im Jahr über mindestens 3 Jahre bei einer Blattwedelhöhe von maximal 30 cm geschnitten werden. In höheren Lagen reicht aufgrund der kürzeren Vegetationsperiode jährlich ein zweimaliger Schnitt. Diese Methode führt zu einer allmählichen Erschöpfung des Reservestoffvorrats im Rhizom und kann den Farn langfristig reduzieren. In tieferen Lagen ist mit einem zweimaligen Schnitt pro Jahr trotz beachtlichem Arbeitsaufwand eine nur geringe Reduktion der Farne zu erreichen. Die Pflanzen haben dann genügend Zeit, Reservestoffe in ihr Rhizom wiedereinzulagern und daraus kaum geschwächt wieder auszutreiben. Ein einmaliger Schnitt pro Jahr, vor allem derjenige im Herbst kann nicht zu einem Zurückdrängen von Farn beitragen.

Mulchen

Mulchen bietet eine Alternative zum Schnitt und empfiehlt sich nur wenn der Pflanzenbestand nicht zu dicht ist, da die Mulchmasse schlecht verrottet. Die „Mulchdecke“ darf das Aufkommen anderer wertvoller Futterpflanzen durch Entzug von Licht und Luft nicht negativ beeinflussen. Beim Mulchen gelten dieselben Regeln bezüglich Zeitpunkt und Häufigkeit wie beim Schnitt.

Ausreissen des Adlerfarns von Hand

Beim Ausreissen des Adlerfarns von Hand wird die Pflanze bei einer Wuchshöhe von ca. 30 cm samt einem Teil des Rhizoms von Hand entfernt. Das Ausreissen von Hand kann vor allem auf kleinen Flächen zum Erfolg führen oder falls viele Helfer jedoch ohne Kenntnisse von Maschinen- oder Geräteführung zur Verfügung stehen. Diese Variante kann z.B. bei Kontrollgängen ohne zusätzliche Maschinen oder Geräte durchgeführt werden und ist zudem besonders schonend für andere wertvolle Futterpflanzen. Allerdings ist der Arbeitsaufwand hoch und es müssen wegen der Giftigkeit dringend Handschuhe getragen werden.

Versuche in Graubünden haben gezeigt, dass sowohl das Ausreissen von Hand als auch der mehrmalige Schnitt den Adlerfarn nach zwei Jahren deutlich geschwächt haben. Auf der ausgerissenen Fläche war die oberirdische Biomasse des Adlerfarns dreimal kleiner als auf der unbehandelten Kontrollfläche. Im Vergleich zum Schnitt wird durch Ausreissen ca. 10 cm mehr Stängel, d. h. rund 20 Prozent mehr Adlerfarn-Biomasse entfernt.

Abstechen des Wurmfarns mit Spaten

Beim Abstechen mit einem scharfen Spaten wird der Wurmfarn bei einer Wuchshöhe von ca. 30 cm etwas unterhalb der Bodenoberfläche mit dem Spaten abgestochen. Die Schwächung der Pflanze ist beim Abstechen mit dem Spaten gezielter und wirksamer als beim Schnitt und beim Mulchen, benötigt aber deutlich mehr Zeit. Es muss ebenfalls über mehrere Jahre wiederholt werden.

Knicken der Wedel beim Adlerfarn

Mithilfe eines Stockes können die jungen Farnwedel relativ schnell und flächig geknickt werden. Durch das wiederholte Abknicken der Wedel wird die Nährstoffversorgung gehemmt resp. unterbrochen und die Wedel sterben langsam ab. Der hervorgerufene Neuaustrieb frischer Wedel entziehen dem Rhizom zusätzlich Reservestoffe und schwächen es somit. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass abgesehen des Stockes keine weiteren Hilfsmittel benötigt werden und diese Regulierung somit bei Kontrollgängen durchgeführt werden kann.

Vollständiges Ausstechen von Wurmfarn

Das vollständige Ausstechen ist vor allem auf kleineren Flächen beim Wurmfarn eine effiziente Methode, die Pflanze dauerhaft zu entfernen. Dabei müssen die ganzen Horste ausgestochen werden, was mit einem scharfen Spaten erfolgen kann. Falls bei grossflächiger Ausbreitung und dichten Beständen ausgegraben wird, kann eine standortangepasste Einsaat zur Schliessung der Grasnarbe sinnvoll sein (vgl. Einsaat Alpenblacke). Vgl. AGFF Merkblatt 15: "Begrünung in Hochlagen"