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Vorkommen und Verbeitung

Standort

Binsen sind auf staunassen, wechselfeuchten, verdichteten und sauren Alpweiden weit verbreitet. Sie kommen vor allem im Flysch-Gebiet vor, das sich entlang des Alpennordrandes erstreckt. In gedüngten Weiden kommen vor allem die Flatterbinse (Juncus effusus) und etwas weniger häufig die Blaugrüne Binse (Juncus inflexus) vor. Andere Arten sind vor allem in Flachmooren und Streuwiesen verbreitet.

Eigenschaften

Binsen sind an feuchte und verdichtete Böden ideal angepasst. Durch luftführendes Gewebe können die Pflanzen auch im wassergesättigten Boden Sauerstoff in die Wurzeln transportieren, was nötig ist um Nährstoffe aufzunehmen. So haben sie auf feuchten Weideflächen mit verdichteten Böden einen Vorteil gegenüber vielen anderen Pflanzen.

Die Blatt- und Blütentriebe der Binse entspringen einem zentralen Punkt und bilden sogenannte Horste. Die Horste überdauern den Winter und dienen als Reservespeicher für den Wiederaustrieb im Folgejahr. Abgestorbene Blätter und Triebe der Binse bilden eine schlecht zersetzbare Streuschicht und hemmen den Aufwuchs wertvoller Futterpflanzen. Wenn sich Binsen einmal ausgebreitet haben, sind sie auch unter schwierigen Wachstumsbedingungen ausserordentlich ausdauernd.

Das Vieh meidet die Binse wegen ihren spitzigen Blättern. Je älter die Blätter sind, desto weniger werden sie vom Vieh gefressen. Kommt die Binse in Horsten vor, so stehen die spitzigen Blätter dicht zusammen und werden vom Vieh gänzlich gemieden. Das Vieh frisst dann vor allem um die Binsenhorste herum. Durch die Beweidung werden die guten Futterpflanzen verbissen und geschwächt, während die Binsenhorste immer grösser werden.

Vermehrung über Bestockung

Die Horste der Binsen können durch Bestockung (die Bildung von Seitentrieben) stark in die Breite wachsen und über die Jahre beinahe flächendeckend werden.

Vermehrung über Samen

Binsen bilden in den Blütenständen viele kleine Samen (bis 0.5 Millionen pro Pflanze), die von Wind, Wasser und Weidetieren verbreitet werden. Die Samen können im Boden Jahrzehnte überdauern (bis zu 70 Jahre lang). Sie keimen am Licht in offenen Bodenstellen, welche auf feuchten Standorten durch Beweidung sehr schnell entstehen können.

Weitere biologische Aspekte zu Binsen sind unter folgendem Link zu finden: https://www.infoflora.ch/de/flora/juncus.html