Weisser GermerVorkommen und VerbreitungWeiterlesen
Weisser GermerMassnahmen zur RegulierungWeiterlesen

Situationsanalyse

Einflussfaktoren

Die Haupteinflussfaktoren für ein häufiges Vorkommen und / oder eine starke Ausbreitung und Vermehrung des Weissen Germers sind:

  • die Bewirtschaftung
  • der Nutzungszeitpunkt
  • die Nutzungsintensität
  • die Topographie und
  • eine fehlende oder unsachgemässe Regulierung

Einfluss der Bewirtschaftung

Die Bewirtschaftung hat insbesondere über den Nutzungszeitpunkt und die Nutzungsintensität Einfluss auf das Vorhandensein des Weissen Germers.

  • Nutzungszeitpunkt: Der Weisse Germer reagiert insbesondere in einem frühen Entwicklungsstadium empfindlich auf den Tritt der Tiere. Er zählt zu den frühen Pflanzen in der Vegetationsperiode und ist oft schon vor der Beweidung weit entwickelt. Die Beweidung erfolgt dann meist zu spät, damit der Tritt ausreichend regulierend wirken kann. Ein früher Nutzungszeitpunkt hingegen ermöglicht eine regulierende Wirkung auf den Weissen Germer.
  • Nutzungsintensität: Die Nutzungsintensität beeinflusst insbesondere über den Weidedruck (Regulierungsstärke) und die Regelmässigkeit der Beweidung (Regulierungsfrequenz) den Vertritt des Weissen Germers durch die Beweidung. Ein angepasst hoher Weidedruck und eine regelmässige Beweidung gewährleisten eine möglichst effiziente Regulierung.

Nur wenn Nutzungsintensität und Nutzungszeitpunkt richtig kombiniert sind, kann die Ausbreitung durch die Bewirtschaftung verhindert werden.

Topographie

Die Höhenlage und die Exposition der Weiden beeinflussen den optimalen Nutzungszeitpunkt. Je nach Anordnung der Weideschläge kann die Nutzung auf die Vegetationsentwicklung abgestimmt werden. Ist das Futter auf vielen Weiden gleichzeitig reif, kann eine frühzeitige Nutzung schwierig werden. Umso vielfältiger Höhenlage und Exposition sind, desto besser kann die Nutzung zeitlich gestaffelt erfolgen.

Einfluss der Regulierung

Durch richtig umgesetzte Bewirtschaftungsanpassungen und Regulierungsmassnahmen kann der Weisse Germer nachhaltig reguliert und wieder unter Kontrolle gebracht werden (Massnahmen zur Regulierung). Fehlen diese Bewirtschaftungsanpassungen und Regulierungsmassnahmen gänzlich oder werden sie unsachgemäss umgesetzt, wie zum Beispiel unregelmässiges Eingreifen oder Schnitt zum falschen Zeitpunkt oder mit den falschen Hilfsmitteln, kann sich der Germer ausbreiten.

Handlungsbedarf

Handlungsbedarf kann als gegeben beurteilt werden, wenn:

  • das Risiko von Vergiftungen besteht. Dieses steigt an, wenn der Weisse Germer sehr häufig vorkommt und der Weidedruck hoch ist. Deshalb sollte regelmässig auf die Ausbreitung und den momentanen Tierbesatz geachtet werden.
  • die potentielle Futterqualität und / oder der potentielle Futterertrag der Alpweiden durch ein Zurückdrängen des Weissen Germers mit geeigneten Bewirtschaftungsanpassungen und Regulierungsmassnahmen verbessert werden kann und soll (Massnahmen zur Regulierung).

Von Seiten Vollzug besteht gemäss Direktzahlungsverordnung (DZV) die Anforderung, dass Problempflanzen, wie u.a. der Weisse Germer, Flächenanteile auf Alpweiden von 5-10 % je nach Standort nicht überschreiten dürfen. Weitere Informationen zu den Schwellenwerten werden im Leitfaden „Verbuschung und Problempflanzen im Sömmerungsgebiet“  erläutert.